Wie REMA TIP TOP mit elastomeren Siebmedien Verstopfungen reduziert und eine konstante Verfügbarkeit der Anlagen gewährleistet
Poing bei München, 23. Juli 2026 – In vielen Steinbrüchen und Kieswerken entstehen die größten Produktivitätsverluste nicht im Brechprozess, sondern auf dem Siebdeck. Verblockte Siebflächen, sinkende Trennschärfe und ungeplante Stillstände beeinträchtigen die Produktionskontinuität erheblich. Besonders bei abrasivem Aufgabegut, wechselnden Feuchtigkeitsanteilen oder hohen Durchsatzleistungen stoßen konventionelle Siebmedien zunehmend an ihre Grenzen.
Mit steigenden Anforderungen an Anlagenverfügbarkeit, Energieeffizienz und Produktqualität rückt die Siebtechnik deshalb stärker in den Fokus der Rohstoffaufbereitung. Moderne Siebmedien müssen heute weit mehr leisten als reine Korntrennung. Entscheidend sind stabile Materialflüsse, geringe Stillstandszeiten und eine dauerhaft hohe offene Siebfläche.
REMASCREEN-Siebbeläge von TIP TOP Jörns, einem Unternehmen der REMA TIP TOP AG, werden gezielt für anspruchsvolle Klassieraufgaben in der Schüttgutindustrie ausgelegt. Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein die Standzeit der Siebmedien, sondern die Stabilisierung des gesamten Siebprozesses unter hoher mechanischer Belastung.
In zahlreichen Aufbereitungslinien kommen weiterhin klassische Draht- oder Stahlsiebe zum Einsatz. Unter anspruchsvollen Betriebsbedingungen zeigen diese Systeme jedoch typische Schwächen. Feuchtes oder bindiges Material führt häufig zu Verstopfungen der Sieböffnungen aufgrund von Steckkorn-Bildung, während abrasive Gesteinskörnungen den Verschleiß der Siebflächen zusätzlich beschleunigen. Insbesondere bei feuchten Feinkornanteilen zeigt sich dabei häufig, dass nicht der Verschleiß selbst, sondern die zunehmende Verstopfung zum eigentlichen Leistungsproblem der Siebdecks wird.
Mit zunehmender Verstopfung sinken offene Siebfläche, Trennschärfe und Durchsatz zugleich. Gleichzeitig steigen Reinigungsaufwand und Stillstandszeiten, während häufige Siebwechsel Personal- und Wartungskapazitäten binden. „Viele Betreiber betrachten Siebmedien noch immer primär als Verschleißteil“, erklärt Matthias Klem, Geschäftsführer von TIP TOP Jörns. „Tatsächlich beeinflussen sie maßgeblich die Stabilität des Materialflusses und damit die Effizienz der gesamten Aufbereitung.“
Gerade in der Hartstein-, Sand- und Kiesaufbereitung wirken sich bereits kurze Unterbrechungen unmittelbar auf die Leistungsfähigkeit der gesamten Linie aus. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die eingesetzten Siebmedien.
Elastomere Siebbeläge setzen genau an dieser Stelle an. Anders als starre Stahlsiebe reagieren flexible Werkstoffe dynamisch auf die Schwingungsbewegungen der Siebmaschine. Die daraus entstehende Eigenbewegung der Siebfläche verhindert das dauerhafte Festsetzen kritischer Kornfraktionen in den Sieböffnungen.
Der Selbstreinigungseffekt reduziert die Bildung von Steckkorn deutlich und stabilisiert die offene Siebfläche auch bei feuchten oder schwierig zu klassierenden Materialien. In vielen Anwendungen entscheidet heute weniger die nominelle Siebfläche als deren dauerhaft nutzbarer Anteil über die tatsächliche Anlagenleistung. Dadurch bleiben Trennschärfe und Siebleistung über längere Laufzeiten konstant.
Gleichzeitig weisen elastomere Werkstoffe eine hohe Abrasionsbeständigkeit auf. Sie eignen sich daher insbesondere für stark beanspruchte Anwendungen in der Naturstein-, Sand- und Kiesaufbereitung. Je nach Aufgabegut und Belastungssituation kommen unterschiedliche Gummi- oder Polyurethanqualitäten sowie variable Härtegrade zum Einsatz.
Einen wesentlichen Einfluss auf die Siebleistung hat zudem die Geometrie der Sieböffnungen. Lochform, Lochanordnung und Materialaufbau bestimmen maßgeblich das Verhalten des Schüttguts auf dem Siebdeck. Durch die gezielte Abstimmung dieser Parameter lassen sich Klassierprozesse deutlich präziser auslegen als mit standardisierten Lösungen. „Materialeigenschaften, Kornbandbreiten und Feuchtigkeitsanteile unterscheiden sich von Anlage zu Anlage erheblich“, so Matthias Klem. „Genau deshalb stoßen Standardsiebe in vielen Anwendungen an technische und wirtschaftliche Grenzen.“
Jede Sieblösung beginnt mit einer Analyse der jeweiligen Betriebsbedingungen. Bewertet werden unter anderem Korngrößen, Materialeigenschaften, Feuchtigkeitsanteile, Durchsatzmengen und mechanische Belastungen. Auf dieser Grundlage entsteht eine individuell konfigurierte Lösung für den konkreten Einsatzfall.
Die Fertigung am Standort Allendorf/Eder-Somplar ermöglicht dabei eine hohe Flexibilität. Rund 2.000 Stanzwerkzeuge für mehr als 550 verschiedene Lochgrößen und Lochformen von 0,4 bis 200 Millimetern stehen für die Produktion zur Verfügung. CNC-gesteuerte Stanzautomaten und digitale Qualitätskontrollen gewährleisten eine präzise und reproduzierbare Fertigung auch bei komplexen Geometrien.
Durch große Lagerkapazitäten und flexible Produktionsprozesse lassen sich zudem kurzfristige Anforderungen schnell umsetzen. Gerade in der Rohstoffindustrie, in der ungeplante Anlagenstillstände erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen verursachen, ist dies ein entscheidender Faktor.<
Praxisbeispiel:
Wie stark sich individuell ausgelegte Siebmedien auf die Wirtschaftlichkeit einer Anlage auswirken können, zeigt ein Praxisbeispiel aus der Industrie. In einer dänischen Zementfabrik musste Kreideschlamm mit zerkleinertem Feuerstein abgesiebt werden – ein Materialgemisch mit hoher Abrasionswirkung und ausgeprägter Steckkornbildung.
Die eingesetzten Drahtsiebe erreichten Standzeiten von lediglich drei bis vier Tagen. Ursache waren massive Verstopfungen sowie hoher abrasiver Verschleiß. Gleichzeitig verursachten die regelmäßigen Siebwechsel jährlich mehr als 400 Arbeitsstunden.
Durch den Einsatz optimierter Siebrahmen und hoch hydrolysebeständiger PU-Längsspanner konnte die offene Siebfläche dauerhaft stabilisiert werden. Die Standzeit erhöhte sich auf über ein Jahr, während sich der Aufwand für Siebwechsel auf rund 36 Stunden jährlich reduzierte. Nach Unternehmensangaben amortisierte sich die Investition innerhalb von sieben Monaten.
Neben deutlich geringeren Instandhaltungskosten profitierte der Betreiber vor allem von stabileren Wartungsintervallen und einer höheren Anlagenverfügbarkeit.
Mit steigenden Anforderungen an Ressourceneffizienz und Produktionssicherheit gewinnt die präzise Auslegung von Siebmedien weiter an Bedeutung. Längere Laufzeiten reduzieren nicht nur Materialverbrauch und Ersatzteilbedarf, sondern verbessern zugleich die Planbarkeit von Wartungsarbeiten und die Verfügbarkeit komplexer Aufbereitungslinien.
Zusätzliche Vorteile ergeben sich durch die schalldämpfenden Eigenschaften elastomerer Werkstoffe. Im Vergleich zu klassischen Stahlsieben kann die Lärmbelastung laut Unternehmen um bis zu 20 dB reduziert werden. Dadurch lassen sich sowohl die Arbeitsbedingungen verbessern als auch zusätzliche Maßnahmen zum Schallschutz minimieren.
Für Betreiber von Steinbrüchen und Kieswerken entwickelt sich die Siebtechnik damit zunehmend vom klassischen Verschleißthema zu einem eigenständigen Optimierungsfaktor innerhalb moderner Rohstoffproduktion. Individuell ausgelegte Siebmedien tragen entscheidend dazu bei, Trennschärfe, Durchsatzstabilität und Anlagenverfügbarkeit langfristig abzusichern.


